Beschlossen von der Mitgliederversammlung am 21. Oktober 2004,
geringfügig geändert am 7. März 2008, neuerlich geändert am 19. März 2010

§ 1 Name, Sitz und Tätigkeitsbereich

Der Verein führt den Namen „Abschied in Würde“, kurz „AWUE“. Er hat seinen Sitz in Götzis und erstreckt seine Tätigkeit auf das Bundesland Vorarlberg.

Nachfolgend sind alle personenbezogenen Bezeichnungen geschlechtsspezifisch anzuwenden.

§ 2 Zweck des Vereins

1. Der Verein will dazu beitragen, dass in Vorarlberg für alle Verstorbene ohne Rücksicht auf Konfession oder Weltanschauung eine würdige Verabschiedung und Beisetzung möglich ist.
2. Die Dienste des Vereins können auch von Nichtmitgliedern in Anspruch genommen werden.
3. Der Verein greift nicht in die Rechte und Aufgaben von Bestattungsunternehmen ein.
4. Die Tätigkeit des Vereins ist nicht auf Gewinn ausgerichtet.

§ 3 Mittel zur Erreichung des Vereinszwecks

Der Vereinszweck soll durch die nachfolgend angeführten ideellen und materiellen Mittel erreicht werden:

1. Als ideelle Mittel dienen

a) Durchführung von Verabschiedungen und Beisetzungen durch Ritualleiter
b) Aus- und Weiterbildung der Ritualleiter
c) Bereitstellung der hiefür erforderlichen personellen und technischen Ressourcen
d) Information über Tätigkeit und Zielsetzung des Vereins

2. Als materielle Mittel dienen

a) Mitgliedsbeiträge
b) Kostenersätze
c) Spenden und Subventionen
d) Erlöse von Veranstaltungen und anderen Aktivitäten

§ 4 Arten der Mitgliedschaft

Die Mitglieder des Vereins gliedern sich in ordentliche und unterstützende Mitglieder.

1. Ordentliche Mitglieder sind jene, die sich an der Vereinsarbeit und am Vereinsgeschehen beteiligen und den festgesetzten Mitgliedsbeitrag leisten.
2. Unterstützende Mitglieder sind jene, die den Verein finanziell oder ideell bei der Erfüllung seiner Aufgaben unterstützen.

§ 5 Erwerb der Mitgliedschaft

1. Mitglieder des Vereins können physische Personen sowie juristische Personen werden.
2. Über die Aufnahme von Mitgliedern entscheidet der Vorstand. Die Aufnahme kann ohne Angabe von Gründen verweigert werden.

§ 6 Beendigung der Mitgliedschaft

1. Die Mitgliedschaft erlischt durch Tod, bei juristischen Personen durch Verlust der Rechtspersönlichkeit, durch freiwilligen Austritt, durch Streichung oder durch Ausschluss.
2. Bei freiwilligem Austritt während des Vereinsjahres besteht kein Anspruch auf Rückerstattung des Mitgliedsbeitrages.
3. Die Streichung eines Mitgliedes kann der Vorstand vornehmen, wenn dieses trotz Aufforderung länger als 6 Monate mit der Beitragszahlung im Verzug bleibt.
4. Der Ausschluss eines Mitgliedes aus dem Verein kann vom Vorstand auch wegen grober Verletzung anderer Mitgliedspflichten und wegen unehrenhaften Verhaltens verfügt werden.
5. Gegen Ausschluss oder Streichung ist die Berufung an die Mitgliederversammlung möglich. Bis zu deren Entscheidung ruhen die Mitgliedsrechte.

§ 7 Rechte und Pflichten der Mitglieder

1. Die Mitglieder sind berechtigt an allen Veranstaltungen des Vereins teilzunehmen und die Dienste des Vereins in Anspruch zu nehmen.
2. Die ordentlichen Mitglieder können festlegen, ob sie im Todesfall eine Verabschiedung oder Beisetzung durch den Verein wünschen oder nicht. Auch können sie persönliche Wünsche für die Gestaltung der Verabschiedung und Beisetzung beim Verein deponieren.
3. Das Stimmrecht in der Mitgliederversammlung sowie das aktive und passive Wahlrecht stehen nur ordentlichen Mitgliedern zu.
4. Die Mitglieder sind verpflichtet, die Interessen des Vereins nach Kräften zu fördern und alles zu unterlassen, wodurch das Ansehen oder der Zweck des Vereins Schaden erleiden könnte. Sie haben die Vereinsstatuten und die Beschlüsse der Vereinsorgane zu beachten.
5. Die ordentlichen Mitglieder sind verpflichtet, den von der Mitgliederversammlung festgesetzten Mitgliedsbeitrag pünktlich zu bezahlen.

§ 8 Vereinsorgane

Organe des Vereins sind

a) Mitgliederversammlung
b) Vorstand
c) Rechnungsprüfer
d) Schiedsgericht

§ 9 Mitgliederversammlung

1. Die ordentliche Mitgliederversammlung findet alle zwei Jahre bis zum 30. Juni statt.
2. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung findet auf Beschluss des Vorstands, der ordentlichen Mitgliederversammlung, auf schriftlichen Antrag von mindestens einem Zehntel der Mitglieder oder auf Verlangen der Rechnungsprüfer binnen vier Wochen statt.
3. Sowohl zu den ordentlichen wie auch zu den außerordentlichen Mitgliederversammlungen sind alle Mitglieder mindestens eine Woche vor dem Termin schriftlich einzuladen.
4. Anträge zur Mitgliederversammlung, insbesondere solche zur Änderung der Tagesordnung, sind mindestens drei Tage vor dem Termin der Mitgliederversammlung beim Vorstand schriftlich einzureichen.
5. Gültige Beschlüsse – ausgenommen solche über einen Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung – können nur zur Tagesordnung gefasst werden.
6. Bei der Mitgliederversammlung sind alle Mitglieder teilnahmeberechtigt. Stimmberechtigt sind nur ordentliche Mitglieder. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Die Übertragung des Stimmrechts auf ein anderes Mitglied im Wege einer schriftlichen Bevollmächtigung ist zulässig.
7. Die Mitgliederversammlung ist ohne Rücksicht auf die Anzahl der Erschienenen beschlussfähig.
8. Die Wahlen und die Beschlussfassungen in der Mitgliederversammlung erfolgen in der Regel mit einfacher Stimmenmehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Beschlüsse mit denen das Statut des Vereins geändert oder der Verein aufgelöst werden soll, bedürfen jedoch einer qualifizierten Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen gültigen Stimmen.
9. Den Vorsitz in der Mitgliederversammlung führt der Vorsitzende, bei dessen Verhinderung sein Stellvertreter. Wenn auch dieser verhindert ist, so führt das an Jahren älteste anwesende Vorstandsmitglied den Vorsitz.

§ 10 Aufgaben der Mitgliederversammlung

1. Der Mitgliederversammlung sind folgende Aufgaben vorbehalten:

a) Entgegennahme und Genehmigung des Rechenschaftsberichts und des Rechnungsabschlusses unter Einbindung der Rechnungsprüfer
b) Wahl und Enthebung der Mitglieder des Vorstandes und der Rechnungsprüfer
c) Entlastung des Vorstandes
d) Festsetzung der Höhe des Mitgliedsbeitrages
e) Beratung und Beschlussfassung über sonstige auf der Tagesordnung stehende Punkte
f) Entscheidung über Berufungen gegen Ausschluss oder Streichung von Mitgliedern
g) Beschlussfassung über Statutenänderung und die freiwillige Auflösung des Vereins

2. Über die Mitgliederversammlung ist ein Beschlussprotokoll zu führen. Dieses ist in geeigneter Form den Mitgliedern zur Kenntnis zu bringen.

§ 11 Vorstand

1. Der Vorstand besteht zumindest aus

a) dem Vorsitzenden
b) dessen Stellvertreter
c) dem Kassier
d) dem Schriftführer
e) dem Vertreter der Ritualleiter

2. Dem Vorstand können weitere Stellvertreter und Beiräte angehören.

3. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung gewählt. Bei Ausscheiden eines gewählten Mitgliedes hat der Vorstand das Recht, an seine Stelle ein anderes wählbares Mitglied zu kooptieren, wozu die nachträgliche Genehmigung in der nächstfolgenden Mitgliederversammlung einzuholen ist.

4. Die Funktionsperiode des Vorstands beträgt zwei Jahre.

5. Der Vorstand wird vom Vorsitzenden, bei dessen Verhinderung von seinem Stellvertreter, schriftlich oder mündlich einberufen. Ist auch dieser auf unvorhersehbar lange Zeit verhindert, darf jedes sonstige Vorstandsmitglied den Vorstand einberufen.

6. Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn alle seine Mitglieder eingeladen wurden und mindestens die Hälfte von ihnen anwesend ist.

7. Den Vorsitz führt der Vorsitzende, bei Verhinderung sein Stellvertreter. Ist auch dieser verhindert, obliegt der Vorsitz dem an Jahren ältesten Vorstandsmitglied oder jenem Vorstandsmitglied, das die übrigen Vorstandsmitglieder mehrheitlich dazu bestimmen.

8. Außer durch Tod und Ablauf der Funktionsperiode (Abs. 4) erlischt die Funktion eines Vorstandsmitglieds durch Enthebung (Abs. 10) und Rücktritt (Abs. 11).

9. Die Mitgliederversammlung kann jederzeit den gesamten Vorstand oder einzelne seiner Mitglieder entheben. Die Enthebung tritt mit Bestellung des neuen Vorstands bzw. Vorstandsmitglieds in Kraft.

10. Die Vorstandsmitglieder können jederzeit schriftlich ihren Rücktritt erklären. Die Rücktrittserklärung ist an den Vorstand, im Falle des Rücktritts des gesamten Vorstands an die Mitgliederversammlung zu richten. Der Rücktritt wird erst mit Wahl bzw. Kooptierung (Abs. 3) eines Nachfolgers wirksam.

§ 12 Aufgaben des Vorstands

Dem Vorstand obliegt die Leitung des Vereins. Er ist das “Leitungsorgan” im Sinne des Vereinsgesetzes 2002. Ihm kommen alle Aufgaben zu, die nicht durch die Statuten einem anderen Vereinsorgan zugewiesen sind. In seinen Wirkungsbereich fallen insbesondere folgende Angelegenheiten:

1. Erstellung des Jahresvoranschlags sowie Abfassung des Rechenschaftsberichts und des Rechnungsabschlusses (= Rechnungslegung)
2. Vorbereitung der Mitgliederversammlung
3. Einberufung der ordentlichen und der außerordentlichen Mitgliederversammlung
4. Verwaltung des Vereinsvermögens
5. Aufnahme, Streichung und Ausschluss von ordentlichen und unterstützenden Vereinsmitgliedern
6. Dienstgeberfunktion gegenüber Angestellten des Vereins
7. Beauftragung der Ritualleiter und deren Enthebung
8. Festlegung der Richtlinien für die Tätigkeit der Ritualleiter, sowie deren Aus- und Weiterbildung

§ 13 Besondere Obliegenheiten einzelner Vorstandsmitglieder

1. Der Vorsitzende führt die laufenden Geschäfte des Vereins. Der Schriftführer unterstützt den Vorsitzenden bei der Führung der Vereinsgeschäfte.
2. Der Vorsitzende vertritt den Verein nach außen. Schriftliche Ausfertigungen des Vereins bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Unterschriften des Vorsitzenden und des Schriftführers, in Geldangelegenheiten (= vermögenswerte Dispositionen) des Vorsitzenden und des Kassiers. Rechtsgeschäfte zwischen Vorstandsmitgliedern und Verein bedürfen der Zustimmung eines weiteren Vorstandsmitglieds.
3. Rechtsgeschäftliche Bevollmächtigungen, den Verein nach außen zu vertreten bzw. für ihn zu zeichnen, können ausschließlich von den in Abs. 2 genannten Vorstandsmitgliedern erteilt werden.
4. Bei Gefahr im Verzug ist der Vorsitzende berechtigt, auch in Angelegenheiten, die in den Wirkungsbereich der Mitgliederversammlung oder des Vorstands fallen, unter eigener Verantwortung selbständig Anordnungen zu treffen; im Innenverhältnis bedürfen diese jedoch der nachträglichen Genehmigung durch das zuständige Vereinsorgan.
5. Der Vorsitzende führt den Vorsitz in der Mitgliederversammlung und im Vorstand.
6. Der Schriftführer führt die Protokolle der Mitgliederversammlung und des Vorstands.
7. Der Kassier ist für die ordnungsgemäße Geldgebarung des Vereins verantwortlich.
8. Im Fall der Verhinderung treten an die Stelle des Vorsitzenden, des Schriftführers oder des Kassiers ihre Stellvertreter.
9. Der Vertreter der Ritualleiter ist für den beiderseitigen Informationsaustausch zwischen Vorstand und Ritualleiterteam verantwortlich.

§ 14 Ritualleiter

1. Die Ritualleiter werden vom Vorstand mit dieser Aufgabe betraut.
2. Die Ritualleiter bilden das Ritualleiterteam, welches sich regelmäßig zur Beratung anste­hender Fragen und gegenseitigem Erfahrungsaustausch trifft.
3. Den Ritualleitern obliegt die Vorbereitung und Durchführung von Verabschiedungen und Beisetzungen (§3 1a). Sie treten hierbei im Namen des Vereins und als dessen Vertreter auf.
4. Im Rahmen des Vereinsstatuts und der Beschlüsse der Vereinsorgane sind die Ritualleiter bei ihren Einsätzen eigenverantwortlich.
5. Bei der Durchführung von Verabschiedungen und Beisetzungen sind die bekannten Wünsche der Verstorbenen und der Angehörigen nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Die Interessen des Vereins dürfen dadurch nicht nachteilig berührt werden.
6. Die Einteilung der Einsätze der Ritualleiter wird vom Vorstand einem Mitglied des Vorstandes oder einem Mitglied des Ritualleiterteams übertragen.
7. Die Ritualleiter unterbreiten der Mitgliederversammlung einen Vorschlag für ihren Vertreter im Vorstand.

§ 15 Rechnungsprüfer

1. Zwei Rechnungsprüfer werden von der Mitgliederversammlung auf die Dauer von 2 Jahren gewählt. Wiederwahl ist möglich. Die Rechnungsprüfer dürfen keinem Organ – mit Ausnahme der Mitgliederversammlung – angehören, dessen Tätigkeit Gegenstand der Prüfung ist.
2. Den Rechnungsprüfern obliegt die laufende Geschäftskontrolle sowie die Prüfung der Finanzgebarung des Vereins im Hinblick auf die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung und die statutengemäße Verwendung der Mittel.
3. Rechtsgeschäfte zwischen Rechnungsprüfern und Verein bedürfen der Genehmigung durch die Mitgliederversammlung. Im Übrigen gelten für die Rechnungsprüfer die Bestimmungen des § 11 Abs. 9 bis 11 sinngemäß.

§ 16 Schiedsgericht

1. Zur Schlichtung von allen aus dem Vereinsverhältnis entstehenden Streitigkeiten ist das vereinsinterne Schiedsgericht berufen. Es ist eine “Schlichtungseinrichtung” im Sinne des Vereinsgesetzes 2002 und kein Schiedsgericht nach den §§ 577 ZPO.

2. Das Schiedsgericht setzt sich aus drei ordentlichen Vereinsmitgliedern zusammen. Es wird derart gebildet, dass

a) ein Streitteil beim Vorstand die Einleitung eines Schiedsgerichtsverfahrens schriftlich beantragt. Der Antragsteller hat sein Begehren zu begründen – insbesondere den anderen Streitteil zu benennen – und ein Mitglied als Schiedsrichter namhaft zu machen.
b) Der Vorstand fordert binnen sieben Tagen den anderen Streitteil auf, innerhalb von 14 Tagen seinerseits ein Mitglied des Schiedsgerichts nam­haft zu machen.
c) Nach Verständigung durch den Vorstand innerhalb von sieben Tagen wählen die namhaft gemachten Schiedsrichter binnen weiterer 14 Tage ein drittes ordentliches Mitglied zum Vorsitzenden des Schiedsgerichts. Bei Stimmengleichheit entscheidet unter den Vorgeschlagenen das Los.

3. Die Mitglieder des Schiedsgerichts dürfen keinem Organ – mit Ausnahme der Mitgliederversammlung – angehören, dessen Tätigkeit Gegenstand der Streitigkeit ist.

4. Das Schiedsgericht fällt seine Entscheidung nach Gewährung beiderseitigen Gehörs bei Anwesen­heit aller seiner Mitglieder mit einfacher Stimmenmehrheit. Es entscheidet nach bestem Wissen und Gewissen. Seine Entscheidungen sind vereinsintern endgültig.

§ 17 Freiwillige Auflösung des Vereins

1. Die freiwillige Auflösung des Vereins kann nur in einer Mitgliederversammlung und nur mit Zweidrittelmehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen beschlossen werden.

2. Diese Mitgliederversammlung hat auch – sofern Vereinsvermögen vorhanden ist – über die Abwicklung zu beschließen. Insbesondere hat sie einen Abwickler zu berufen und Beschluss darüber zu fassen, wem dieser das nach Abdeckung der Passiven verbleibende Vereinsvermögen zu übertragen hat. Dieses Vermögen soll, soweit dies möglich und erlaubt ist, einer Organisation zufallen, die gleiche oder ähnliche Zwecke wie dieser Verein verfolgt.